Am 1.4. konnte ich endlich loslegen. Die Wolle war angekommen und die fälligen Quadrate fertig gestrickt (für mein Quadrate-Decke-Projekt). Mit einem alten Nadelspiel meiner Oma , aus Metall und aus 2 unvollständigen Nadelspielen bestehend, Stärke 2,5mm, habe ich die ersten 8 Maschen angeschlagen. Ich stricke sehr fest und so wurde das Stricken mit Nadelspiel inklusive zunehmen und abnehmen und zählen und Anleitung lesen zu einer Herausforderung. Immerhin habe ich mir NICHT die Finger gebrochen.
Es gab aber so 2-3 Stellen wo mir wohl Hornhaut wachsen wird, wenn ich so weiter mache (aua aua).Man beginnt, wenn man der Beschreibung in dem tollen Buch (Strikkedukker, Topp Verlag, von Arne und Carlos) folgt, mit dem linken Fuß. Ich hab die Fußspitze gestrickt, den Faden vernäht und die Spitze geschlossen, alles wie in der Anleitung beschrieben.
Dachte ich...
Dazu später mehr.
Dann habe ich die Ferse gestrickt und mich später nur gewundert, das man das Buch so schlecht übersetzt hat, denn die Ferse war ja eindeutig die Fußspitze.
Mir fiel sogar auf, das die Füße der Puppen im Buch irgendwie anders und größer aussahen, aber ich kam nicht auf die Idee das ich etwas übersehen haben könnte.
(Das fiel mir erst auf, als ich das rechte Bein strickte.) Und so knökelte ich angestrengt und konzentriert am linken Fuß, der zum Bein überging und das bein war 70 Runden lang.
Meine Finger taten weh, mein Rücken rebellierte, aber aufhören? NEIN!
Achso, wer sich wundert warum der Fuß so grau ausschaut, das ist ein Fuß gleich mit Strumpfhose. Sehr praktisch, man spart sich das an und ausziehen, das ja bei Feinstrumpfhosen sehr verzwickt sein kann und auch schon mal zu einer Laufmasche oder abgebrochenem Fingernagel führt.
Das habe ich also gleich einkalkuliert und darum ist die Strumpfhose inklusive.
Am Abend begann ich mit dem rechten Fuß.
Fußspitze.
Und die blöden Metall-Stricknadeln wollten immer wegrutschen. Vom Festklammern hatte ich auch schon einen wunden Ringfinger links. Und dann kam ich an die Stelle, wo in so einem langen Satz, abschließend unter dem Absatz Fußspitze, geschrieben stand, "8 Rd re M stricken". Tja, wer lesen kann ist klar im Vorteil, das hatte ich beim linken Fuß übersehen.
GNA!
Ich hatte mich ja sogar schon gewundert warum man auf der linken Seite 4 Maschen abkettet, wenn da das rechte Bein drankommt ist das doch das linke?
Aber viellleicht haben sie ja Rechts aus der Sicht des Betrachters gemeint, dachte ich noch.
Nee, Pustekuchen, mein linkes Bein hatte keine Fußspitze
(siehe Ring auf dem Foto und zum vergleich den rechten Fuß) und daher sah die Ferse wie die Fußspitze aus und daraus resultierte, das man es um 180° drehen musste um es richtig herum zu halten. Aha. Na das konnte meinereiner natürlich nicht so lassen und kurzerhand wurde eine Not-OP eingeleitet. Das gesamte Bein musste sich wieder in ein Wollknäuel zurück entwickeln. So, aber trotzdem habe ich erst noch das rechte Bein weiter gemacht.
Mein lieber Mann hat mir danach noch den Rücken massiert, der, bestimmt bedingt durch das verkrampfte Sitzen und Nadeln umklammern, höllisch schmerzte.
Natürlich habe ich in der Nacht von Beinen, Fußspitzen, Wolle, Stricknadeln und Rückenmassagen geträumt.







